Farben-Falle

Nennen Sie die Farbe, in der ein Wort geschrieben ist, nicht das Wort selbst. Klingt einfach, doch Ihr Gehirn liest automatisch mit. Weitere Spiele für Gedächtnis, Konzentration und Logik finden Sie auf trainmybrain.ch, unserer Plattform für kognitive Spiele.

Ein Farbwort erscheint, zum Beispiel ROT. Tippen Sie auf die Farbe, in der es geschrieben ist. 24 Wörter, so schnell und genau wie möglich.

Spielanleitung
  • Aufgabe: Ein Farbwort erscheint in einer Farbe. Wählen Sie die Farbe, in der es geschrieben ist, nicht die, die es nennt.
  • Ablauf: 24 Wörter nacheinander. Vor jedem Wort erscheint kurz ein «+». Nach Ihrer Antwort geht es automatisch weiter.
  • Bedienung: Die vier Farbknöpfe bleiben immer am selben Platz. Am Computer geht es mit den Tasten 1 bis 4 am schnellsten.
  • Passende und widersprüchliche Wörter: Manchmal stimmen Wort und Farbe überein («ROT» in Rot), meistens nicht («ROT» in Blau).
  • Ergebnis: Richtige Antworten, Ihre typische Zeit pro Wort und wie stark widersprüchliche Wörter Sie gebremst haben.
  • Bestwert: Ihre schnellste typische Zeit, gezählt ab 22 richtigen Antworten, gespeichert auf diesem Gerät.
  • Farbsehschwäche: Bei einer Rot-Grün-Schwäche ist das Spiel nur eingeschränkt geeignet.

Wie funktioniert die Farben-Falle?

Die Farben-Falle beruht auf dem Stroop-Effekt. Wer geübt liest, liest ein Wort automatisch, auch wenn er es gar nicht will. Steht «ROT» in blauer Schrift, meldet das Gehirn zuerst «rot», und die richtige Antwort «blau» braucht einen Moment länger.

Im Spiel erscheinen 24 Farbwörter. Bei einem Viertel passen Wort und Farbe zusammen, bei den übrigen widersprechen sie sich. Die vier Farbknöpfe bleiben immer am selben Platz, so misst die Zeit Ihr Reagieren und nicht das Suchen nach dem richtigen Knopf.

Am Ende sehen Sie, wie viele Antworten richtig waren, wie lange Sie typischerweise pro Wort brauchten und um wie viel die widersprüchlichen Wörter Sie gebremst haben.

Was ist der Nutzen der Farben-Falle?

Das Spiel fordert eine Fähigkeit, die im Alltag ständig gebraucht wird: das Wichtige beachten und das Ablenkende bewusst übergehen.

  1. Automatische Reaktionen bremsenDen Impuls «lesen» zurückhalten und stattdessen auf die Farbe achten.
  2. Gezielt hinschauenAus einem Reiz genau das herausgreifen, worauf es ankommt.
  3. Schnell und genau zugleichZügig antworten, ohne in die Falle zu tappen.

Übung verringert den Stroop-Effekt etwas, ganz verschwindet er aber selten (MacLeod, 1991).

Die Farben-Falle ist ein Spiel zum Üben. Es ist kein Test und sagt nichts über die Fahreignung aus.

Tipps für die Farben-Falle

  • Auf die Buchstaben schauen, nicht auf das WortManchen hilft es, nur einen Buchstaben anzuschauen, etwa den ersten. So tritt die Farbe in den Vordergrund.
  • Knöpfe auswendig kennenDie Farben stehen immer am selben Platz. Wer die Reihenfolge kennt, muss nicht suchen. Am Computer helfen die Tasten 1 bis 4.
  • Lieber genau als hastigEin Fehler kostet mehr als ein kurzes Zögern. Ein gleichmässiges Tempo bringt die besten Ergebnisse.
  • Ausgeruht spielenBei Müdigkeit fällt es schwerer, das automatische Lesen zu bremsen.

Hintergrund

Der amerikanische Psychologe John Ridley Stroop beschrieb den Effekt 1935. Seine Versuchspersonen brauchten deutlich länger, um die Druckfarbe widersprüchlicher Farbwörter zu nennen, als um Farbflächen zu benennen. Das Lesen lässt sich nicht einfach abschalten.

Der Stroop-Effekt gehört zu den am häufigsten untersuchten Effekten der Psychologie. Eine bekannte Übersicht fasst Hunderte Studien aus einem halben Jahrhundert zusammen (MacLeod, 1991). Abgewandelte Fassungen werden auch in der neuropsychologischen Diagnostik eingesetzt.

Quellen

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